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 Marietta Sch. zeigt mir das herrliche Luxemburg. Geld bevorzugte immer dicke Mauern, Hochgebirge oder Lagunen... |
22.Tag: 17. Mai 2000, Luxemburg, 5 km
Ruhetag, Magnesium geschluckt, Saunabesuch im Freizeitbad nahe des Flughafens. Hat mir sehr gut getan! Knochen wieder sortiert!
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Von der Straße aufgelesen: Bei Familie Helas in T..Lustig ging es zu! |
23. Tag: 18. Mai 2000, (Thionville) Bettemburg - Tuquinieux, 34km
Ich werde in die Klinik nach Thionville gefahren und nach den Untersuchungen in Bettembourg auf die Strecke geschickt. Das Wetter ist durchwachsen. Nieselregen auf weiten Strecken. Dennoch komme ich gut voran. Industrieorte reihen sich aneinander. Als ich am Abend durch Tucquinieux wandere, hält eine junge Dame und fragt mich, ob ich Santiagopilger wäre. Nach 5 Minuten holt sie mich wieder mit ihrer Mutter ein, und ich werde in ihr Haus eingeladen.
24. Tag: 19. Mai 2000, Fahrt mit Natascha nach Verdun
Es war nicht mein erster Besuch auf den Schlachtfeldern des 1. Weltkrieges. Mehrmals habe ich meine Schüler hier hergeführt. Nur einmal waren wir im Museum am Eingang, dann nie wieder. An solche Orte gehören keine Museen! Hier hat man wissend herzukommen, zu beten, zu gedenken und dann geht man. Peinlich berührt bin ich immer vom Treiben im und um das "Muzeeum" in Auschwitz. Ich fuhr nur noch nach Birkenau. Das ist der furchtbare Ort!
So haben wir es mehrmals in Verdun , Auschwitz-Birkenau und Monte Cassino gemacht: Wir bildeten einen Kreis, hatten wir eine Blaskapelle dabei( und das war häufig der Fall!), so spielte diese einen Coral, dann las ich einige Psalmen vor, "Der Herr ist mein Hirte...", wir beteten ein Vaterunser, legten einen Kranz mit einer Schleife nieder "Allen Opfern der Gewalt", und gingen dann schweigend von der Gedenkstätte. In Monte Cassino sagte ich meinen Schülern immer: Schaut einmal auf das Alter der toten Soldaten. Es dauerte immer sehr lange bis sie wieder lustig wurden!
Mit Natascha fahren wir zum Gebeinhaus und wandern dann zum Fort Doumont. Im Gebeinhaus wird ein eindrucksvoller Film gezeigt. Am Abend lade ich die ganze Familie zum Essen nach Metz ein. Es gibt ein typisch lothringisches Essen, mit Sauerkraut, Kartoffeln und Wurst. Am Abend des nächsten Tages finde ich einen Umschlag mit dem Geld für das Essen in meinem Rucksack. Postwendend zurückgeschickt!
25. Tag: 20 Mai 2000, Tucqinieux -Pintheville 38 km.
Der Abschied aus Tucquinieux ist herzlich. Mein kleiner Hirschfänger (nur für Käse!!) in der Seitentasche ruscht durch und ich muß vor dem Abmarsch noch die Tasche nähen. Schneller läuft sich der Weg. wenn man ihn am Vortag schon mit dem Wagen gefahren ist. Das Industriegebiet von T. verlasse ich zügig, interessant wie urplötzlich das Bauernland wieder sichtbar wird. Verdun lasse ich rechter Hand liegen. Ein Holländer, ob Pilger oder Wanderer, gibt mir den Tip "one to betale" in Frankreich zu übernachten. Man gehe zu einem Bürgermeister und dieser muß einem seit Napoleons Zeiten eine Schlafstelle zur Verfügung stellen. Ich habe das nie ausprobiert. Bei Pintheville schlafe ich in meinem Biwakzelt in herrlicher Natur.
26. Tag: 21. Mai 2000, Pintheville - Rupt en Woevre
Wenn ich dachte Verdun zu umgehen, so stelle ich fest, daß hier auch endlose Friedhöfe auf mich warten. In Combres s.l. Cotes beginnt es zu regnen. Beim Unterschlupf lerne ich die seltsamste Wirtschaft meiner Strecke kennen: Mme. Tona G: CAFE TABAC ESSENCE. Sofort steht ein Bier vor mir: Deutscher trink mal! In meiner Unwissenheit stelle ich die Frage, ob hier im 1. WK auch gekämpft worden sei. Großes Stöhnen: Sie sind hier im Zentrum der Minenschlachten von Esparges!!! In unserem Dorf lagen die Deutschen, ober auf der Höhe die Franzosen. Die Deutschen gruben Stollen unter die Franzosen... Ihr Kronprinz hatte bei uns sein Hauptquartier aufgeschlagen, war aber mehr bei den Mademoiselles als an der Front... Den halben Tag laufe ich im strömenden Regen an den Minentrichtern und Denkmälern vorbei. So bin ich Verdun doch nicht entkommen! Bin durch und durch nass! Raus aus Esparges und einen Lagerplatz suchen! Doch die Gegend kommt mir schon verdächtig vor. Links Wald und Anhöhe, Straße, rechts Wald und Anhöhe. Ich suche einen Zeltplatz. Meine ersten Schritte in den Wald bleiben in altem Stacheldraht hängen. Zugewachsene Schützengräben, mein Stock trifft auf etwas Metallenes, noch scharfe Granate, geordneter Rückzug!, aber schnell!; etwas weiter eine zerfetzte Alufeldflasche, riesige "Korkenzieher" zum Fixieren von Stacheldraht...um Gottes Willen, nur weg hier!! So müde ich bin, laufe ich weiter.
ERSTE GEFAHR AUF MEINER PILGERREISE
Naß, müde marschiere ich aus dem Kampfgebiet hinaus. 20 h. Da, einsame Waldstrecke, Ferienhäuser in der Nähe, zwei Männer am Straßenrand; gedankenverloren in der Gegend herumblickend. Kleidung schwarz, Jeans Leder. Spezies: Osteuropa! Ich nehme alle meine Kraft zusammen und lege einen 6-km-Marschschritt hin. Der Stock wird in den Boden geknallt, dass der Split spritzt. Freundlich und kraftvoll sage ich: Bon soir! Und stürme nach hinten sichernd weiter. Es muß ja nichts gewesen sein, aber komisch war die Situation schon in dieser Einöde! Maikäfer haben die bestimmt nicht gesucht!! Danke, mein Stock und meiner Kondition. Atemlos halte ich erst kurz vor der Meuse an. Biwak im Wald und die Sachen habe ich mir bei der Aktion trocken gelaufen.
27. Tag: 22. Mai 2000 Rupt e. W. - Villers sur Meuse, 9 km
Irgendwie hat mich der Tag gestern mitgenommen körperlich, seelisch, geistig. Nach nur 9 km überquere ich die Meuse und finde einen Campingplatz. Heisse Dusche! Die freudlichen Wohnwagennachbarn nehmen mich zum Supermarkt mit und ich stelle mir ein tolles Abendessen zusammen. Das Steak wird im Wohnwagen gebraten. Früh ins Zelt und durchgeschlafen! Der Campingbauer wollte von mir kein Geld. Man denke nur an die Maria- Laach- Holding am 6. Mai...!!!Frankreich entwickelt sich zu einem herrlichen Land für Pilger nach Santiago. Da ich diese Zeilen 2008 schreibe, kann ich bemerken: Frankreich war neben den baltischen Staaten das freundlichste Pilgerland. Vive la France!
28. Tag: 23. Mai 2000 Villers sur Meuse - Nicey sur Aire, 24km
Ein herrlicher Wandertag nach den Regentagen führt durch ein ausgedehntes Waldgebiet. Mittendrin der Wallfahrtsort Benoite-Vaux. Übliche Busatmosphäre aber viele andächtige Schulklassen in der Kirche. Stille. Ein anderes Bild in Gößweistein, das ich vor kurzer Zeit besuchte: Schulklasse. Gelangweilt herumlümmelnde Teens in den Bänken. Der polytechnisch gebildete, schluderig gekleidete Lehrer klopfte indessen die vergoldeten Teile der Kanzel ab, um das Material zu analysieren. (Inzwischen laufen diese Leute - ins Alter gekommen - mit antrazithfarbenen Zweireihern durch die Schulen. Habe ich letzte Woche selbst gesehen. Ich traute meinen Augen nicht, denn vor 20 Jahren...).
In Nicey darf ich im Garten einer Familie mein Zelt aufschlagen, werde zum Abendessen hereingeholt. Sie betreuen neben ihren Kindern ein Kind aus Nordafrika. Das erlebte ich in Frankreich häufig.
29. Tag: 24. 5. 2000 Nicey s. A. -(Bar le Duc) - Rosnes 9 km
Chantal Schneider fährt mit mir zum Rathaus. Schönes Siegel! Weiter geht es nach Bar le Duc zum Einkaufen. Stempel in der Kathedrale und dann wieder zurück nach Nicey. Vor dem Abmarsch macht Ch. ein Pressefoto. Sie schickt mir den Artikel später zu. Nur 9 km schaffe ich heute. In dem netten Örtchen Rosnes bleibe ich unter Weinlauben in einer Gaststätte hängen. Der Wein ist gut, ebenso der Camembert, die Bagettes. Herrliches Frankreich. Das Zimmer ist so billig, daß ich nicht nein sagen kann. Ich bin offensichtlich auch ein guter Kunde. Das ganze Hotel könne ich kaufen! Billig. Die Erbschaftssteuer sei in Frankreich so gewaltig, dass es sich nicht lohne zu investieren oder zu vererben. Da sollen wir auch hingeführt werden! Der Neid ist zu einer neuen Größe in Deutschland geworden!! Neulich fuhr ich von Saarbrücken aus über die Grenze nach France: Der Zustand der Häuser ist katastrophal. Das liegt dort nicht an der Mentalität!! Man müsste ja blöd sein, über das Notwendigste hinaus etwas am Haus zu tun!
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 In der Eifel:Quelle ausgegraben.Multivitaminsaft angesetzt. Foto mit Selbstauslöser!
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. 30. Tag: 25. Mai 2000 Rosnes - Trois Fontaines, 39 km
Ein großer Wandertag liegt vor mir. Fast 40 km! Bar le Duc umgehe ich links. Kleine Dörfer, herrliche Aussichten. Nach einer lange Wald- strecke öffnet sich eine Kulturfläche: Trois Fontaines muss vor der Säkularisation ein blühendes Kloster gewesen sein! Teile der riesigen Kirche sind herabgestürzt. Die Statuen im weitläufigen Park zeugen
von einstiger Größe. Hier sei v. Kielmannsegg im 2. WK mit seinen Panzern herumgekreuzt, klärt mich ein Franzose auf. Nichts Vor- wurfsvolles ist zu spüren. In der Agrartouristik sind alle Zimmer aus- gebucht. Ich darf gratis im freien Wohnwagen übernachten. Später setze ich mit meiner Gitarre in die Kirchenruine und spiele Marienlieder
Irgendwo habe ich auch unsichtbare Zuhörer, die nach dem Spiel aus den Büschen kommen und sich bei mir bedanken.
31. Tag: 26. Mai 2000, Trois Fontaines - Allichamps, 30 km
Eine schöne kleine Waldstrasse führt von Trois Fontaines nach St. Dizier. Ich laufedierekt auf einen Supermarkt zu. Molkereiprodukte
und Obst esse ich mit Heißhunger in mich hinein. Das hatte mir gefehlt!! Meinen Hut lasse ich im Schlüssel-Schuster-Ladenumbauen: zwei Ösen an der Seite für einen Kinnriemen aus Leder und einen Druckknopf, damit ich die hintere Krempe hochgeklappt tragen kann, da sie immer mit dem hohen Rucksack kolidiert. Hätte ich geahnt, dass die kleine Aktion umgerechnet 22 DM kostet, hätte ich mir den Umbau verkniffen! Bei Allichamps schlage ich im Wald mein Biwak- zelt auf.
32. Tag: 27. Mai 2000, Allichamps - Hampigny, 36 km
Wenn man durch diese Landschaft gewandert ist, weiß man, daß
es die Franzosen im Urlaub gar nicht ans Meer zieht. Wie schön und ursprünglich französich ist es hier!!! Wasser, Wald , Sonne, tolle Küche!! In Hampigny schlage ich mein Biwak auf! Strammer Wandertag. Ab den Pyrenäenwerde ich so fit sein, dass ich sie wie ein Hase hochlaufe, die jungen deutschen Hipphopp-Weicheier schockiere (ich bitte um Verzeihung!) und 36-Kilometer-Strecken eher zu den bescheidenen gehören.
33. Tag: 28. Mai 2000, Hampigny - Vendeuvre, 43 km Ein herrlicher Sonntagstag. Aus Biwaklagern ist man schell wieder auf der Strecke. In Brienne besuche die Sonntagsmesse. Der Pfarrer begrüßt mich als Pilger nach Santiago von der Kanzel. Eigentlich gefällt mir die Stadt ganz gut und ich möchte ein Zimmer im La Croix Blanche nehmen. Sie haben kein Zimmer frei. Schade, ich glaube sie hatten keine Lust zu arbeiten. Immer
wenn ich mich ärgere, mache ich die meisten Kilometer...im größten Ärger, nach Burgos, werden es 96 km werden, die Nacht durch...! Heute werde es nur 43 km werden. Der Weg Weg führt durch den herrlichen Regionalpark D´Orient. Eine lange Mittags- pause in der Sonnenglut gönne ich mir. Spiele auf der Gitarre und schlafe dann bestimmt eine Stunde. Kurz vor der Nationalstrasse nach Troyes will ich mir einen Biwakplatz suchen. Da sehen mich zwei junge Leute im Auto, meinen ich suche ein Hotel und bringen micht nicht - wie ich falsch verstand zu einer Kommunionfeier - sondern in ein Hotel nach Vendeuvre. Als ich die Preise sehe, bin ich beruhigt und buche die eine Nacht. Es ist schon spät, der Wirt macht mir aber noch ein gutes Essen.(Hier merkte ich zum ersten Mal, daß die Hotels in Frankreich verpflichtet sind, die Zimmer und Preise vor dem Hotel anzuzeigen. Eine wunderbare Einrich- tung!!)
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Frühstücken in Frankreich ist einfach: Eine Bäckerei suchen, Brot, Butter, Käse kaufen und in der Bar Café-Creme bestellen und man kann genießen.
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Eigentlich wollte ich Verdun meiden und östlich an der Stadt vorbeigehen. Aber auch hier passiere ich ständig Friedhöfe.
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 Esparges: Denkmäler für die Divisionen |
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 Die"Heilige Strasse Frankreichs". Nachschubweg für Verdun von Bar le Duc |
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 Champagne. Wie der weiß strahlende Kalkboden und der Champagner sich verbinden. Eine herrliche Landschaft. Meine zweite mißglückte Abkürzung endete im Dornengebüsch. Seitdem ging ich keine Abkürzung mehr in Frankreich. Nicht wie in Deutschland mündet dort ein Weg in einen anderen... er endet immer in der Wildnis. Erfahrung ist der beste aber auch der bitterste Lehrmeister.
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34.Tag: 29. Mai 2000,Venduevre - Troyes, 19 km
Heute will ich nur bis Troyes und hole mir vorher noch einen Stempel im Rathaus ab. Man ist sehr freundlich!! Die nette Sekretärin schickt mir sogar kostenlos ein Fax nach Hause. In Troyes gehe ich in die Jugendherberge in Rosieres. Heiße Dusche und dann die Stadtbesichtigung. Die herrliche Kathedrale! Am Eingang frage ich den Wächter nach "Jakobussen". Früher gab es hier einmal eine Jakobus-Seitenkapelle, die ist aber jetzt der Hl. Bernadette geweiht. Am Ende sage ich ihm, dass in der Kathedrale 4 "Jakobusse" seien. Man sehe sich nur die Fenster an!!! Heute wird einmal richtig die französische Küche genossen!!
35. Tag: 30. Mai 2000, Troyes/Rosieres - Lagesse, 35 km Zuerst wird sich einmal verlaufen! Das gelingt mir häufig, wenn ich rundgebaute mittelalterliche Städte verlasse, und als ich wieder auf meiner Linie bin, bin ich in Chaource einer berühmten Käsestadt. Ich will aber keinen Käse, sondern eine Massage. Das Physiotherapiecenter hat wohl einen Schrecken bekommen als sie mich sahen - es hatte geregnet! Man ist ausgebucht. Na ja, ich kann die Mädels ja verstehen. Der Regen wird stärker und in Lagesse rette ich mich vor Wolken- brüchen in das Restaurant Lambert. Wunderbar! Das Essen, die Leute. haben sie Zimmer? Nein, aber wir helfen ihnen. Der Reiterhof hat Zimmer. Anruf des Wirtes und der Besitzer holt mich mit dem Allrad ab. Es gießt weiter wie aus Kannen! Ich werde vier Tage bleiben, denn meine Tochter Claudia mit ihrem Mann Oliver haben sich per Sportflugzeug angekündigt. Mit dem Besitzer der "Sarl Ferme Equestre de Lagesse" freunde ich mich an. ein prächtiges Zimmer mit Küche und Badewanne erwarten mich. Es war auch höchste Zeit!!
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Viel Regen zwingt mich auf einen Campingplatz. Sachen trocknen. Ein Franzose fährt mich zum nächsten Supermarkt.
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 Pilgertisch. Der aufmerksame Betrachter wird feststellen, daß es mir gut geht! Das Steak ist schon fast gegessen, es briet mir ein Franzose auf seinem Wohnwagenherd. Danke. Frankreich ist schön und freundlich und ursprünglich christlich. Eine Hoffnung für Europa!
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Troyes kennt seine Tradition. Ich bin mitten auf meiner Linie (29. Mai 2000).
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36. Tag: 31. Mai 2000, Lagesse, 6km Ordentlich ausruhen ist angesagt!! Bei Regen erkunde ich die Umgebung, sehe mich etwas auf dem Reiterhof um, werde ins Wohnhaus eingeladen und gefragt, ob ich jemals einen Wagen mit Anhänger gefahren habe. Ein Pferd ist krank mund muß in die Uni-Veterinärklinik von Paris. Kein Problem. Ich habe Zeit. Drängt mich etwas? Übermorgen landen Claudia und Olli auf dem Flughafen von Troyes. Also, auf nach Paris! Es wird keine Spazierfahrt!
Juni 2007
37. Tag: 1. Juni 2000, Lagesse 5 km 38. Tag: 2. Juni 2000, Lagesse 10 km 39. Tag: 3. Juni 2000, Lagesse - Tonnerre 39 km 40. Tag: 4. Juni 2000, Tonnerre - Licheres 24 km 41. Tag: 5. Juni 2000, Licheres - Vezelay 43 km 42. Tag: 6. Juni 2000, Vezeley 5 km 43. Tag: 7. Juni 2000, Vezelay - Dirol 29 km 44. Tag: 8. Juni 2000, Dirol - Chauprix -St. Sulpice 44 km 45. Tag: 9. Juni 2000, St. Sulpice/ Nievre 6 km 46. Tag: 10. Juni 2000, m.d. Auto nach Luzy/Nievre 5 km 47. Tag: 11. Juni 2000, Luzy 6 km 48. Tag: 12. Juni 2000, St. Sulpice - Nevers 28 km 49. Tag: 13. Juni 2000, Nevers - Gimoille (Charly m. d. Auto) 29 km 50. Tag: 14. Juni 2000, Charly/Blet 4 km 51. Tag: 15. Juni 2000, Charly/Blet - Meilland 27 km 52. Tag: 16. Juni 2000, Meilland - St. Armand 31 km 53. Tag: 17. Juni 2000, St. Armand - Foret Vieille 29 km 54. Tag: 18. Juni 2000, Foret Vieille - Bois Vert 38 km 55. Tag: 19. Juni 2000, Bois Vert - Roche 43 km 56. Tag: 20. Juni 2000, Roche - Etang de Court / Gueret 38 km 57. Tag: 21. Juni 2000, Gueret - St. Dizier 42 km (wird fortgesetzt!)
37. Tag: 1. Juni 2000, Lagesse - Paris, 5 km Wir kommen gut mit dem Pferd nach Paris. In der Klinik wird eine Bronchoskopie gemachtr und Unheilbarkeit festgestellt. Mein Gastgeber ist traurig.- Allein mit dem Pferd durch Paris wäre für ihn ein Horror gewesen. Gut Tat des Pilgers nach San Compostelle! Zum Abendesse werde ich von der Familie eingeladen. Selbstgemachte Majonnaise und selbst hergestellter Camembert( so hinter Fliegengitter gereift!!) gehören von nun an zu meinen Gourmet-Freuden!
38. Tag: 2. Juni 2000, Lagesse, 10 km
Claudia und Oliver landen auf dem Flugplatz von Troyes und erzählen dann von freundlichem Personal auf dem Flugplatz. Man ist zuvorkommend und hilfsbereit. In Lagesse habe ich ein weiteres Zimmer gebucht, wir machen einen ausgedehnten Spaziergang und am Abend lade ich die ganze Gesellschaft ins Restaurant Lambert ein. Der Wirt hat nur für uns geöffnet und kocht super! Diese Sauce werde ich nie vergessen...!
39. Tag: 3. Juni 2000, Lagesse - Tonnerre, 39 km Claudia und Olli werden vom Reiterhof zum Flugplatz gebracht und ich laufe Richtung Tonnerre den "Großen Wanderweg" (GR) Richtung Tonnerre. Herrlicher Sonnenschein. Den beiden Fliegern habe ich meine Marschzahl "27" gegeben und nach einiger Zeit brausen sie im Tiefflug über mich hinweg. Winken und Flügelwackeln, weg sind sie! Der alte Vatter latscht und die Jugend fliegt...
GEFAHR NUMMER ZWEI
Gegen Nachmittag ziehen drohende Wolken auf. Ich befinde mich auf einer Hochfläche. Nichts liegt höher als ich. Kaum Bäume. Starker Regen. Nichts zum Verkriechen. Als die ersten Blitze einschlagen ( ans Zeltaufschlagen habe ich zu spät gedacht, Tonnerre ist ja nicht mehr weit!) springe ich in den Straßengraben und bleibe an der tiefsten Stelle in der Hocke sitzen.Um mich ist ein wahres Inferno! Blitz und Donner. Das hatte ich nicht voraussehen können. Unter dem Ponche bleibe ich trocken und an den Füßen habe ich sowieso nur die Sandalen. Der ganze Spuk dauert etwa eine halbe Stunde, dann kommen die ersten Sonnenstrahlen wieder heraus. In Tonnerre suche ich den Campinglatz auf, der sich nahe dem Ortszentrum befindet und erlebe den ersten richtig unfreundlichen Franzosen, der mir keinen Stempel in den Pass gibt und mich am Abend aussperrt, nachdem ich im Ort gegessen habe.Wie heißt es so schön: Ein Dummer wird sich immer finden! Dafür gibt es am nächsten Morgen in der Kirche nach der Sonntagsmesse Champagner.
40. Tag: 4. Juni 2000, Tonnerre - Licheres, 24 km Dei Glocken läuten. Zuerst in den Gottesdienst! In Notre Dame de Tonnerre freut sich der Pfarrer über einen Pilger hat leider nur einen winzigen Stempel in der Sakristei, setzt aber Unterschrift und Datum unter den Stempel. Vor der Kirche ist die Gemeinde lustig beim Champagner versammelt. An diesem Tage schaffe ich nur 24 Kilometer... Buiwaklager.
41. Tag: 5. Juni 2000, Licheres - Vezelay, 43 km Nach Vezelay hin verlasse ich das erste Mal meine "Linie". Der Ort ist mir noch in guter Erinnerung : 1970 trainierte ich die Fußballjugend von Giershagen. Mir war damals schon klar, dass man eine Fußballmannschaft nicht nur mit Trainigseinheiten formt. Die Jungen müssen neben Fußballspielen etwas erleben: Leib - Seele - Geist Der Mensch lebt nicht vom Fußballspielen allein! Da bot sich das Fahrrad als Sportgerät an. Kondition und Abenteuer. Zelt und Kochtopf! 1969 fuhr ich mit 25 Jungen vom Sauerland nach Wien und 1970 eben nach Frankreich bis in die Nievre hinein. Vezelay war damals einer unserer Höhepunkte. Die Giershagener Mannschaft blieb bis ins hohe Fußballalter mit großen Erfolgen zusammen!!! Eltern und Jungen in Giershagen sind mir heute noch dankbar! Wie einfach ist es die Jugend zu fordern und somit zu fordern. Was haben diese 68er nicht alles zerstört!!!! Nur Weniges ist geblieben. Ehrlicherweise muß ich natürlich auch sagen, dass damals die Eltern mit anpackten, und nicht so zimperlich und beschwerdebereit waren wie heute. So beförderten z. B.der Bauunternehmer Becker und der damalige Landtagabgeordnete Hans Watzke, Erlinghausen, uns samt Fahrrädern in ihren Firmenwagen kostenlos bis in die Rhön, damit wir Wien etwas näher waren. Als Dank sangen wir Watzke natürlich ein Lied vor seinem Haus. Sein Söhnchen Aki erlebte uns damals vom Gartenzaun aus. Würde er mein System in der Jugendarbeit bei Borussia Dortmund umsetzen, käme wieder mehr Kraft aus den eigenen Reihen!! Aber vielleicht ist das Einsammeln in der ganzen Welt von fertigen Stars einfacher und für Vorstände angenehmer...als effektive Jugendarbeit zu betreiben.--
Vezelay hatte mich also damals in den Bann gezogen. Deshalb laufe ich jetzt einen Umweg und kann auch noch Bekannte in Chauprix und St. Sulpice besuchen. Es regnet mal wieder. Aber es ist warm dabei. In Joux la Ville will ich mir ein Mittagessen gönnen. "Le Saint Georges" heißt das Lokal. Brechend voll! Frankreich macht überall gepflegt Mittagspause! Ich lange richtig zu! Nach dem Essen eröffnet mir der Wirt, daß Pilger nichts bezahlen müssen. Nur ein Gebet in und eine Karte aus Santiago erbittet er. Foto vor der Türe. Dem Lehrmädchen stecke ich einen Schein zu! Freundliches Frankreich!!
Doch Vezelay ruft. Am Spätnachmittag gehe ich einen ausgetretenen Pilgerweg zur Basilika hinauf. Hundemüde. 43 km. Grandios der romanische Kirchenbau wo der Hl. Bernhard den Kreuzzug predigte.- In der Sakristei frage ich nach einer Pilgerunterkunft. Ich erhalte eine Adresse und einen Code, den ich an der Tür eingeben müsse. Sesam öffne dich! Ich habe ein Bett und eine Küche. Ich werde zwei Nächte bleiben.
42. Tag: 6. Juni 2000, Vezelay, 5 km Der Vortag war etwas heftig und ich genieße den herrlichen Ort. In der silika warte ich solange bis das goldene Kreuz von der Sonne getroffen wird und mache dann das Foto. Am Abend gehe ich als Pilger traditionsgemäß in die "Auberge de la Coquille" zum Abendessen. Reinfall.Ich notiere in meinen Pilgerpaß: Wein mäßig-Fleisch zäh-Preis hoch.
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Rettung vor der Mittagshitze. Romantik? Muß auch mal sein! "Schläft ein Lied in allen Dingen, die da träumen fort und fort. Und die Welt fängt an zu singen, triffst du nur das Zauberwort." Eichendorff läßt grüßen!
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Liebevoll gepflegte Kreuze in Frankreich. Alle!
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 Was könnte dieses Kreuz nicht alles erzählen? Bis Santiago fotografierte ich ca. 300 Wegkreuze. Und da wollen diese geschichtslosen Politiker Europa nur auf ihrem EURO aufbauen! Hier ist das Fundament!! Ohne dieses wird Europa nicht weiterleben können! |
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 Danielle et Jarky Lecoq in Laux la Ville bedienen mich in ihrem Restaurant zuerst fürstlich und sagen dann, dass Pilger nichts bezahlen müßten. Natürlich hat das Lehrmädchen einen Schein bekommen! Logo!
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43. Tag: 7. Juni 2000: Vezelay - Dirol, 29 km Es läuft noch nicht so ganz rund nach dem schlechten Wein...und ich lasse langsam gehen. Vielleicht war es auch zu viel! Ich laufe jetzt Richtung St. Sulpice/Nievre und möchte bei meinen alten Bekannten, der Familie Sautereau vorbeischauen und dann über Nevers wieder auf meinen "Strich" kommen. Da diese Gegend außerhalb meiner 20 cm breiten Kartenrolle liegt, muß ich mir eine Michelinkarte der Gegend kaufen. Ohne Karte ist man verloren!! Aber mit ihr kann man die kleinen Straßen Frankreichs genießen. Bei Dirol schlage ich mein Biwaklager auf. |
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